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Ratgeber Taxonomie-Standards

Der große Ratgeber zu Produkttaxonomie-Standards

Vergleiche die meistgenutzten Taxonomie-Standards für Produkte. So funktionieren Google Taxonomie, UNSPSC, GS1 GPC, eCl@ss, ETIM und weitere, und so findest du den passenden.

10
Standards im Vergleich
230,000+
Kategorien insgesamt
30+
Branchen
Grundlagen

Was ist ein Produkttaxonomie-Standard?

Ein Produkttaxonomie-Standard ist ein festgelegtes Klassifizierungssystem, das bestimmt, wie Produkte in Kategorien und Unterkategorien geordnet werden. Anders als ein eigener Kategoriebaum wird ein Standard von einer Organisation gepflegt und in ganzen Branchen genutzt. So ordnen Hersteller, Händler und Marktplätze Produkte einheitlich ein.

Jeder Standard nutzt eine hierarchische Codestruktur mit mehreren Ebenen. In UNSPSC ist ein Produkt zum Beispiel als Segment > Family > Class > Commodity eingeordnet, in der Google Taxonomie als verschachtelter Kategoriepfad. Tiefe und Detailgrad unterscheiden sich je nach Standard, von 3 Ebenen (ETIM) bis zu 8 und mehr (Amazon Browse Tree).

Welcher Standard passt, hängt von deiner Branche, deinen Vertriebskanälen und deinen Handelspartnern ab. Viele Unternehmen nutzen mehrere Standards gleichzeitig: einen für den eigenen Katalog, einen für die Anforderungen der Marktplätze und einen für Dokumente im internationalen Handel.

Produktstandard
Segment / oberste Ebene
Klasse
Unterklasse
Familie / Kategorie
Brick / Commodity
Variante
Warum Standards wichtig sind

Warum Produkttaxonomie-Standards wichtig sind

Austauschbare Daten

Taxonomie-Standards schaffen eine gemeinsame Sprache zwischen Handelspartnern. Nutzen Lieferant, Lager und Marktplatz dasselbe System, fließen Produktdaten ohne erneutes Zuordnen von Hand. Das bedeutet weniger Fehler und einen schnelleren Marktstart.

Vorgaben erfüllen

Viele Branchen und Marktplätze verlangen bestimmte Standards. Google Shopping nutzt die Google Taxonomie, GDSN-Teilnehmer brauchen GS1 GPC, und der internationale Handel stützt sich auf HS-Codes. Wer die Vorgaben nicht erfüllt, riskiert abgelehnte Produkte, Bußgelder oder verlorenen Marktzugang.

Effizienter Datenaustausch

Standards wie eCl@ss und ETIM definieren neben den Kategorien auch einheitliche Merkmale. Handelspartner tauschen dadurch nicht nur Kategoriezuordnungen aus, sondern vollständige Produktspezifikationen in einem Format, das beide Seiten verstehen.

Bereit für KI und Automatisierung

Klar definierte Standards geben KI-Klassifizierung eine solide Grundlage. Weil Standards eindeutige Regeln haben und es viele bereits eingeordnete Produkte gibt, kann KI neue Produkte zuverlässig der richtigen Kategorie zuordnen.

Auswahlhilfe

So wählst du einen Taxonomie-Standard

Mit dieser Anleitung findest du den Standard, der zu deinem Unternehmen passt, und setzt ihn um.

1

Prüf dein Sortiment

Sieh dir deinen Produktkatalog an und verschaffe dir einen Überblick, was du verkaufst. Ein Elektronikhändler hat andere Anforderungen als ein Großhändler für Industrieteile. Berücksichtige Katalogumfang, Komplexität der Produkte und die Zahl der Produkttypen.

2

Bestimme deine Vertriebskanäle

Liste alle Marktplätze und Kanäle auf, über die du verkaufst oder verkaufen willst. Google Shopping nutzt die Google Taxonomie, Amazon seinen Browse Tree, und im B2B-Einkauf wird oft UNSPSC verlangt. Dein wichtigster Kanal sollte die Wahl stark beeinflussen.

3

Vergleiche die Standards mit deinem Bedarf

Vergleiche die Standards auf deiner Shortlist nach Abdeckung, Aktualisierungsrhythmus, Lizenzkosten und Verbreitung in deiner Branche. Ein Standard mit tiefer Abdeckung in deinem Bereich spart dir viel Zuordnungsarbeit gegenüber einem allgemeinen.

4

Ordne eine Stichprobe testweise zu

Nimm 100 bis 200 typische Produkte aus deinem Katalog und ordne sie deinen zwei besten Kandidaten zu. So siehst du, wo Kategorien fehlen, wie aufwendig die Zuordnung ist und ob der Detailgrad zu deinem Sortiment passt.

5

Umsetzen und automatisieren

Verwalte deine Zuordnungen zentral in einem PIM-System. Lass neue Produkte per KI einordnen, lege Regeln für deinen Standard fest und plane, wie du mit Produkten umgehst, die in keine Kategorie passen.

Vergleich

Taxonomie-Standards im Vergleich

Die meistgenutzten Produkttaxonomie-Standards nebeneinander, damit du den passenden findest.

Google Taxonomie
AbdeckungKonsumgüter in 5.595 Kategorien
Ideal fürGoogle Shopping, Performance Max, Merchant Center
Komplexität
Niedrig
Offener Standard
Ja
eCl@ss
AbdeckungIndustrieprodukte, 45.000+ Klassen mit Merkmalen
Ideal fürFertigung, Industrie 4.0, digitale Zwillinge, B2B-Kataloge
Komplexität
Hoch
Offener Standard
Nein
UNSPSC
AbdeckungAlle Produkte und Dienstleistungen, 100.000+ Codes
Ideal fürÖffentliche Beschaffung, B2B, Ausgabenanalyse
Komplexität
Mittel
Offener Standard
Nein
ETIM
AbdeckungElektro-, HLK- und technische Produkte, 5.500+ Klassen
Ideal fürElektrogroßhandel, HLK, Baustoffe, technischer Handel
Komplexität
Mittel
Offener Standard
Ja
GS1 GPC
AbdeckungKonsumgüter, 40.000+ Kategorien auf Brick-Ebene
Ideal fürHandel, GDSN-Datensynchronisation, GTIN-Registrierung
Komplexität
Mittel
Offener Standard
Ja
HS
AbdeckungAlle gehandelten Waren, 10.000+ international harmonisierte Codes
Ideal fürInternationaler Handel, Zollabfertigung, Import/Export, Zollberechnung
Komplexität
Hoch
Offener Standard
Ja
Schema.org
AbdeckungWebprodukte und Entitäten, 800+ Typen
Ideal fürSEO-Rich-Snippets, strukturierte Daten für Google Shopping, Knowledge Graph
Komplexität
Niedrig
Offener Standard
Ja
ABT
AbdeckungKonsumgüter, 25.000+ Browse Nodes
Ideal fürAmazon Seller Central, FBA, Amazon Advertising
Komplexität
Mittel
Offener Standard
Nein
Shopify Taxonomie
Abdeckung14.606 Kategorien für Konsumgüter in 26 Hauptbereichen
Ideal fürShopify-Shops, Kategorie-Metafelder und Steuer in Shopify
Komplexität
Niedrig
Offener Standard
Ja
eBay
AbdeckungMarktplatzkategorien, ein Baum pro eBay-Website
Ideal fürAngebote auf eBay.de, eBay.com und anderen eBay-Websites
Komplexität
Mittel
Offener Standard
Nein

Alle Taxonomie-Standards im Detail

Jeder Ratgeber enthält Codehierarchie, Strukturregeln, Attribute, Umsetzungsschritte und FAQ. Wähl einen Standard aus und leg los.

Häufige Fehler

Taxonomie-Fehler, die du vermeiden solltest

Diese typischen Fehler schmälern den Nutzen von Taxonomie-Standards und führen zu Qualitätsproblemen in deinem ganzen Produktkatalog.

Fehler

Eine komplett eigene Taxonomie ohne Bezug zu einem etablierten Standard aufbauen. Damit wird der Datenaustausch mit Partnern praktisch unmöglich.

Besser so

Starte mit einem Branchenstandard und passe ihn nur dort an, wo er deine Produkttypen nicht abdeckt. So bleibt der Austausch möglich und deine Besonderheiten sind trotzdem abgebildet.

Fehler

Einen Standard nur nach Bekanntheit wählen, ohne zu prüfen, ob er deine Branche tief genug abdeckt.

Besser so

Ordne vor der Entscheidung 100 oder mehr Produkte testweise deinen Kandidaten zu. Prüf Abdeckung, Vollständigkeit der Attribute und Aktualisierungsrhythmus für deine Produkttypen.

Fehler

Nur die obersten Kategorien zuordnen und die tieferen Ebenen weglassen. Damit geht genau der Detailgrad verloren, der einen Standard wertvoll macht.

Besser so

Ordne Produkte der spezifischsten Ebene zu, die der Standard bietet (Endkategorien). Das ermöglicht genaue Filter, erfüllt die Anforderungen der Marktplätze und liefert aussagekräftige Auswertungen.

Fehler

Einen Standard einmal einführen und nie aktualisieren, auch wenn neue Versionen mehr Kategorien und eine bessere Struktur bringen.

Besser so

Abonniere die Update-Hinweise und prüf Änderungen mindestens zweimal im Jahr. Plane deine Aktualisierungen rund um die großen Releases der Standards.

Fehler

Verschiedene Teammitglieder ordnen Produkte ohne klare Regeln zu. Das führt zu uneinheitlichen Kategorien im ganzen Katalog.

Besser so

Richte einen festen Prozess ein: klare Regeln für die Einordnung, eine verantwortliche Person und regelmäßige Qualitätsprüfungen. Dokumentiere schwierige Grenzfälle und wie du sie gelöst hast.

Fehler

Jedes Produkt von Hand einordnen, ohne KI oder regelbasierte Automatisierung. Mit wachsendem Katalog ist das nicht mehr zu schaffen.

Besser so

Lass die Masse der Produkte per KI einordnen und prüf nur Grenzfälle von Hand. So bleibt die Qualität hoch, auch bei Tausenden Produkten.

Produkte per KI jedem Standard zuordnen

WISEPIM ordnet deine Produkte per KI den Kategorien eines Taxonomie-Standards zu. Du prüfst die Vorschläge, statt alles von Hand zuzuordnen.

  1. 01

    Katalog importieren

    Lade deinen Produktkatalog per CSV, API oder direkter Integration hoch. WISEPIM übernimmt Titel, Beschreibungen, Bilder und vorhandene Kategorien.

  2. 02

    KI ordnet deinem Standard zu

    Unsere KI analysiert jedes Produkt und schlägt die passende Kategorie in deinem gewählten Standard vor.

  3. 03

    Prüfen und synchronisieren

    Prüf die Vorschläge, pass sie bei Bedarf an und übertrag die eingeordneten Produktdaten an deine Vertriebskanäle.

Häufige Fragen zu Produkttaxonomie-Standards

Antworten auf die häufigsten Fragen zu Taxonomie-Standards, Klassifizierungssystemen und Produktdatenmanagement.

Ein Produkttaxonomie-Standard ist ein festgelegtes, gepflegtes Klassifizierungssystem, das Produkte in Kategorien ordnet. Anders als eigene Kategoriebäume werden Standards von Organisationen wie GS1, den Vereinten Nationen oder der WCO verwaltet und in ganzen Branchen genutzt, damit Handelspartner Produkte einheitlich einordnen.

Ein Standard wird von einer Organisation gepflegt, regelmäßig aktualisiert und von vielen Unternehmen genutzt. Eine eigene Taxonomie baut ein Unternehmen intern für sich auf. Standards sichern den Austausch mit Partnern und Marktplätzen, eigene Taxonomien sind flexibler, müssen für externe Kanäle aber von Hand zugeordnet werden.

Berücksichtige deine wichtigsten Vertriebskanäle (Google Shopping nutzt die Google Taxonomie, Amazon seinen Browse Tree), deine Branche (Industrie nutzt eCl@ss, Elektro nutzt ETIM) und deine Handelspartner. Ordne vor der Entscheidung eine Stichprobe testweise zu, um Abdeckung und Detailgrad zu prüfen.

Ja. KI-Tools werten Produktdaten wie Titel, Beschreibungen und Bilder aus und ordnen Produkte automatisch den Codes eines Standards zu. Bei einem gut strukturierten Katalog sind die meisten Produkte im ersten Durchgang richtig eingeordnet, und die manuelle Prüfung konzentriert sich auf unklare Grenzfälle.

Ja, und viele Unternehmen tun das. Du nutzt zum Beispiel die Google Taxonomie für Google Shopping, HS-Codes für den internationalen Handel und eCl@ss für B2B-Kataloge. Ein PIM-System verwaltet mehrere Zuordnungen pro Produkt aus einem zentralen Katalog.

Das ist je nach Standard sehr unterschiedlich. Google überarbeitet seine Shopping-Taxonomie nur gelegentlich, GS1 GPC veröffentlicht zweimal im Jahr (Mai und November), eCl@ss bringt ungefähr jährlich eine neue Version, UNSPSC wird laufend aktualisiert, ETIM erscheint alle paar Jahre in einer großen Version, und HS-Codes werden alle fünf Jahre umfassend überarbeitet, zuletzt mit HS 2022. Abonniere die Update-Hinweise der jeweiligen Organisation, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Die Google Produktkategorie (GPC) ist für den Konsumgüter-E-Commerce und Google Shopping gebaut, mit rund 5.600 Kategorien für Konsumgüter. UNSPSC ist für Einkauf und B2B gedacht: Es umfasst alle Produkte und Dienstleistungen, auch professionelle Dienstleistungen, mit einem um ein Vielfaches größeren Codesatz.

Eine Testzuordnung von 100 bis 200 Produkten dauert meist ein bis zwei Wochen. Die Zuordnung des ganzen Katalogs hängt von Umfang und Komplexität ab. Ein Katalog mit 1.000 Produkten braucht vielleicht zwei bis vier Wochen, bei 100.000 und mehr Produkten lohnt sich KI-Automatisierung, mit der es in Tagen machbar ist.

Vollständig offene Standards wie die Google Taxonomie, ETIM und Schema.org darfst du für jeden Zweck kostenlos nutzen. Andere liegen dazwischen: GS1-GPC-Dateien kannst du kostenlos herunterladen, für die Nutzung in GDSN-Datenpools brauchst du aber eine GS1-Mitgliedschaft. eCl@ss und UNSPSC verlangen Lizenz- oder Mitgliedsgebühren für die vollständigen Daten und die kommerzielle Nutzung.

Die KI-Zuordnung wertet Produktdaten wie Titel, Beschreibungen, Attribute und Bilder mit Sprachverarbeitung und maschinellem Lernen aus und sagt die passendste Kategorie im gewählten Standard vorher. Das klappt auch bei Produkten, die das Modell vorher noch nie gesehen hat.

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Taxonomie-Standards sind ein Teil des Puzzles. Diese Ratgeber zeigen, wie du die Kategoriestruktur selbst aufbaust und pflegst.

Bereit, deine Produkte jedem Standard zuzuordnen?

WISEPIM ordnet deine Produkte per KI zu und spart dir Stunden an Zuordnung von Hand.